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WLAN-Reichweite clever erhöhen

Ein Praxis-WLAN ist doppelt interessant: Es kann ein guter Zusatzservice für die Patienten sein. Es bietet aber auch Ärzten und MFA mehr Freiraum – etwa bei der Dokumentation. Doch was, wenn die Reichweite des kabellosen Web-Anschlusses nicht mitspielt?

Sicheres WLAN im Wartezimmer

Um sensible Praxisdaten zu schützen, sollte für Patienten ein getrenntes Gast-WLAN eingerichtet werden.

Der Router bzw. die WLAN-Basis erzeugt hierfür ein eigenes Funknetz für die Nutzung durch die Patienten. Und sorgt mit speziell konfigurierten Filter- beziehungsweise Firewall-Funktionen dafür, dass dieses eigenständige WLAN vom restlichen Praxis-Netzwerk getrennt bleibt.

Mehr Tipps fürs sichere Wartezimmer-WLAN finden Sie unter: www.aerztezeitung.de/874912

Auch wenn die WLAN-Reichweite gern mit 300 Metern angegeben wird, ist dies häufig ein rein theoretischer Wert. Wände, Möbel und sogar Pflanzen schirmen die Funksignale mehr oder weniger stark ab, sodass das Funknetz tatsächlich schon nach 50 Metern oder weniger verstummen kann.

Verbindung per Knopfdruck

Die einschlägigen Hersteller haben dieses Problem erkannt und bieten dafür eine Lösung an: WLAN-Repeater, bisweilen auch „Range Extender“ genannt, die das Funksignal verstärken. Zur Installation genügt es in der Regel, den Repeater in eine Steckdose zu stecken und mit der Basisstation zu koppeln. Dies geht besonders komfortabel, wenn WLAN-Basis und Repeater den sogenannten WPS-Modus unterstützt.

„WiFi Protected Setup“ (WPS) steht für die Möglichkeit, eine verschlüsselte Verbindung zwischen Geräten einfach per Knopfdruck herzustellen. Nach Aktivierung dieser Funktion an der Basis schaltet diese für eine Minute in einen Anmeldemodus um. Wird innerhalb dieser Zeit auch die WPS-Taste am Repeater gedrückt, akzeptiert die Basis dieses Gerät und meldet es dauerhaft an.

Die Verbindung zwischen beiden Geräten erfolgt dabei mit der starken Verschlüsselung „WPA2“ – eine unverschlüsselte Verbindung wäre fahrlässig, da sich der gesamte Datenverkehr der Praxis dann einfach abhören ließe und auch unberechtigte Geräte ins WLAN eindringen könnten.

In der Theorie sollten WLAN-Repeater und WLAN-Router beziehungsweise -Basisstationen auch dann zusammenarbeiten können, wenn sie von unterschiedlichen Herstellern stammen. In der Praxis empfiehlt es sich, beide Geräte vom gleichen Anbieter zu beziehen, da dies das Risiko von Unverträglichkeiten oder nicht vollständig unterstützten Funktionen verringert. Wird zum Beispiel neben dem abgeschlossenen Praxis- oder Klinik-Netz auch ein offenes Patienten-WLAN betrieben, sollte der Repeater beide Netze weiterleiten. Dies ist keineswegs bei allen Modellen gewährleistet.

Die Wahl des richtigen Ortes

Der WLAN-Repeater muss an einem Ort aufgestellt werden, an dem das Signal der WLAN-Basis noch gut empfangen wird. Wie der Name schon andeutet, fängt der Repeater dann die WLAN-Signale der Basis auf und „wiederholt“ sie (englisch: repeat) – strahlt sie also neu aus, sodass das aufgefrischte Signal ab diesem Standort wieder mit vollem Pegel ausgestrahlt wird. Je nach Aufstellungsort lässt sich die Reichweite somit in der Richtung der Achse zwischen Basis und Repeater annähernd verdoppeln.

Die beschriebene Funktionsweise hat allerdings ihre Tücken: Da das Ursprungssignal der Basis und das vom Repeater neu ausgestrahlte Signal beide im gleichen Frequenzbereich liegen, halbiert sich de facto die Übertragungskapazität – also die WLAN-Geschwindigkeit. Wenn das Signal ohnehin schwach ist und/oder viele Nutzer im Funknetz angemeldet sind, kann diese Einschränkung empfindlich sein.

Geschwindigkeit im Blick

Deshalb haben Hersteller wie AVM, Asus, TP-Link oder Netgear die WLAN-Repeater intelligenter gemacht: Sogenannte Dualband-Repeater unterstützen – wie es auch bei WLAN-Routern verbreitet ist – zwei verschiedene Frequenzbänder: 2,4 und 5 Gigahertz. Während das 2,4-Gigahertz-Band schon seit Anbeginn der WLAN-Technik in den 90er-Jahren genutzt wird, kam 5 Gigahertz um die Jahrtausendwende dazu. Nach wie vor ist daher das 2,4-GHz-Band gerade in dicht besiedelten Gebieten stärker ausgelastet als das 5-GHz-Band. Doch seit etwa fünf bis acht Jahren können viele modernere Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks auch das 5-GHz-Band nutzen.

Während die Dualband-Funktion noch recht verbreitet ist, gehen manche Anbieter wie die Berliner Firma AVM noch einen Schritt weiter: Ihre Repeater nutzen eine Strategie, die als „Crossband Repeating“ bezeichnet wird: Bucht sich ein Endgerät zum Beispiel im 2,4-GHz-Netz des Repeaters ein, wird für die Verbindung zwischen Basis und Repeater das 5-GHz-Band genutzt – und umgekehrt.

Da der Empfang der WLAN-Signale und deren Weiterverbreitung somit nicht auf demselben Funkkanal erfolgen muss, lässt sich die bei einem „Sameband Repeating“ sonst zwangläufig stattfindende Halbierung der Übertragungsgeschwindigkeit vermeiden. Der Repeater entscheidet für jeden angemeldeten WLAN-Client, welcher Frequenzbereich für die WLAN-Versorgung sowie für die WLAN-Strecke zum Router am besten geeignet ist.

Zudem unterscheidet auch der Repeater zwischen Praxis-Netz und Patienten-Gastnetz, sofern beide Netze eingerichtet sind. Auch wenn viele Clients angemeldet sind, steigern diese Funktionen sowohl Reichweite als auch Übertragungsgeschwindigkeit.

Quelle: Ärztezeitung

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